{"id":57,"date":"2022-06-18T17:51:00","date_gmt":"2022-06-18T14:51:00","guid":{"rendered":"http:\/\/m-arc.org\/?p=57"},"modified":"2023-07-19T11:42:08","modified_gmt":"2023-07-19T08:42:08","slug":"luigi-bauherrenheft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/m-arc.org\/de\/2022\/06\/luigi-bauherrenheft\/","title":{"rendered":"Aufgaben einer zeitgem\u00e4\u00dfen organischen Gestaltung"},"content":{"rendered":"<div class=\"pdfprnt-buttons pdfprnt-buttons-post pdfprnt-top-right\"><a href=\"https:\/\/m-arc.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/57?print=pdf\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-pdf\" target=\"_blank\" ><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/m-arc.org\/wp-content\/plugins\/pdf-print\/images\/pdf.png\" alt=\"image_pdf\" title=\"PDF anzeigen\" \/><\/a><a href=\"https:\/\/m-arc.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/57?print=print\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-print\" target=\"_blank\" ><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/m-arc.org\/wp-content\/plugins\/pdf-print\/images\/print.png\" alt=\"image_print\" title=\"Inhalt drucken\" \/><\/a><\/div><figure id=\"attachment_161\" aria-describedby=\"caption-attachment-161\" style=\"width: 678px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/m-arc.org\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Luigi-Bauherrenheft-Teaser.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-161 size-large\" src=\"http:\/\/m-arc.org\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Luigi-Bauherrenheft-Teaser-768x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"678\" height=\"904\" srcset=\"https:\/\/m-arc.org\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Luigi-Bauherrenheft-Teaser-768x1024.jpg 768w, https:\/\/m-arc.org\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Luigi-Bauherrenheft-Teaser-225x300.jpg 225w, https:\/\/m-arc.org\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Luigi-Bauherrenheft-Teaser-1152x1536.jpg 1152w, https:\/\/m-arc.org\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Luigi-Bauherrenheft-Teaser.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 678px) 100vw, 678px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-161\" class=\"wp-caption-text\">D. Cardinal &#8211; National Museum of American Indian, Washington DC, USA, 2004 &#8211; \u00a9 L.Fiumara<\/figcaption><\/figure>\n<p><b>Ver\u00e4nderungen in der Architektur und in der Gesellschaft.&nbsp;<\/b><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">F\u00fcr viele Jahrzehnte, seit der Zeit ihrer Entstehung, war die organische Architektur ein Gegenpol zum herrschenden Funktionalismus und zum damit verbundenen materialistisch-wissenschaftlichen Denken. Die Unterschiede zwischen beiden Lagern waren auch formell deutlich erkennbar, eigentlich so erkennbar, dass viele \u2013 besonders Laien \u2013 haupts\u00e4chlich die \u00e4u\u00dferen Merkmale erkannten, oft ohne zu wissen, was der inhaltlicher Unterschied sei. Aus diesem Grund wurde und wird immer noch die organische Architektur von vielen irrt\u00fcmlicherweise als \u00e4u\u00dferlichen Stil und nicht als Ansatz gesehen. Selbst einige organisch-gesinnten Architekten sind mehr oder weniger bewusst in diese Stimmung hineingeraten und haben sich wenig um die Vertiefung der Intentionen und Hintergr\u00fcnden bem\u00fcht, manchmal nur gewisse formale L\u00f6sungen der Meister nachahmend. Schon mit dem Postmodernismus hat sich allerdings die Lage grunds\u00e4tzlich ge\u00e4ndert. Die Suche nach menschengem\u00e4\u00dfen, lebendigeren und ges\u00fcnderen L\u00f6sungen hat auf unterschiedlichen Wegen mehrere Architekten dazu gef\u00fchrt, Aspekte des organischen Ansatzes in die eigene Arbeitsweise aufzunehmen. Themen, die f\u00fcr die Funktionalisten Tabu waren und sind, wie z.B. der Schein des Lebendigen (mit Worten Rudolf Steiners) oder der individuelle Ausdruck in den Bauwerken, k\u00f6nnen heute im Werk von Stararchitekten, die sich nicht als organische Architekten verstehen, wie Frank Gehry, Zaha Hadid, Norman Foster und andere teilweise mehr als bei den organischen Gestaltern in Vordergrund stehen. Ab den neunziger Jahren kann man eine starke, allgemeine Tendenz zur Schaffung von Organismen-\u00e4hnlichen Bauten beobachten. Dieses Ph\u00e4nomen hat eine starke Selbstverst\u00e4ndnisfrage unter den organischen Architekten aufgeworfen, eine Frage die bisher meines Erachtens keine deutliche Antwort bekommen hat.&nbsp;<\/span><span style=\"font-weight: 400;\">Parallel zur erw\u00e4hnten Tendenz kann man aber, nach Ende des Postmodernismus, eine neue m\u00e4chtige minimalistische und konzeptuelle Welle in der Weltarchitektur wahrnehmen, die auf dem Plan der Zahlen von realisierten Bauten sicherlich in absoluter Mehrheit ist.&nbsp; <\/span><span style=\"font-weight: 400;\">Auf der kulturellen und gesellschaftlichen Ebene findet man eine \u00e4hnliche Lage: einerseits wachsende spirituelle Str\u00f6mungen, die bis in die Massenkultur reichen (siehe Filme wie \u201eCloud Atlas\u201c zum Thema Wiederverk\u00f6rperung oder ganze Reihen von buddhistisch-inspirierten Filmen), andererseits die immer st\u00e4rkere Verbreitung von materiellen Lebenswerten und der materialistischen Denkweise in der Kunst, in der Wissenschaft und im Alltagsleben.&nbsp;<\/span><span style=\"font-weight: 400;\">Es ist nicht damit gemeint, dass die Tendenzen in der Gesellschaft einen direkten und eindeutigen Ausdruck in der Architektur finden. Unterschiedliche spirituelle Bewegungen haben auch unterschiedlichen Neigungen im Bereich der Gestaltung. Was gemeinsam ist, ist das Auftreten einer starken Polarisierung sowohl in der Gesellschaft als auch in der Architektur, so dass man heute nicht mehr \u00fcber ein Main-stream (wie fr\u00fcher der Funktionalismus) und \u00fcber eine kleine, in der \u00d6ffentlichkeit wenig beachtete Nische (wie damals die organische Architektur) sprechen kann, sondern \u00fcber einen Kampf zwischen vergleichbar starken Impulsen, die die ganze Gesellschaft ergreifen. <\/span><span style=\"font-weight: 400;\">Auch in der organischen Architektur kann man in den letzten 20 Jahren vergleichbare Prozesse sehen, mit der Entstehung eines ziemlich verbreiteten \u201eorganischen Minimalismus\u201c &#8211; teilweise auch aufgrund von wirtschaftlichen und vorschriftlichen Bedingungen \u2013 einerseits, und dem Interesse, manchmal mit \u00f6ffentlichem Erfolg \u2013 wie im Falle von Gregory Burgess, Javier Senosain, Douglas Cardinal, Santiago Calatrava -, f\u00fcr deutliche und gar versch\u00e4rfte, formal erkennbare organische L\u00f6sungen andererseits. Es ist auch zu bemerken, dass selbst der Begriff \u201eorganische Architektur\u201c eine immer breitere Resonanz und Anwendung erfahren hat.&nbsp;<\/span><\/p>\n<figure id=\"attachment_512\" aria-describedby=\"caption-attachment-512\" style=\"width: 678px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/m-arc.org\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/P1000973.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-512 size-large\" src=\"https:\/\/m-arc.org\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/P1000973-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"678\" height=\"509\" srcset=\"https:\/\/m-arc.org\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/P1000973-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/m-arc.org\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/P1000973-300x225.jpg 300w, https:\/\/m-arc.org\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/P1000973-768x576.jpg 768w, https:\/\/m-arc.org\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/P1000973-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/m-arc.org\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/P1000973-2048x1536.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 678px) 100vw, 678px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-512\" class=\"wp-caption-text\">S.Calatrava &#8211; Stadelhofen station, Zurich, Switzerland, 1990 &#8211; \u00a9 L.Fiumara<\/figcaption><\/figure>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\"><br \/>\n&nbsp;<\/span><b>Bed\u00fcrfnisse hinter den Zeitph\u00e4nomenen&nbsp;<\/b><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Die Beschriebene Situation stellt den organischen Architekten verschiedene Herausforderungen.&nbsp;<\/span><span style=\"font-weight: 400;\">Das Interesse f\u00fcr viele Aspekte der organischen Gestaltung und das Auftauchen ihrer Ans\u00e4tze an manchen Stellen der heutigen Architektur sprechen \u00fcber ein teils bewusstes, teils unbewusstes Bed\u00fcrfnis einer gewissen Anzahl unserer Zeitgenossen. Dieses Bed\u00fcrfnis beinhaltet, stichwortartig, das Erlebnis von geistigen und wesenhaften Qualit\u00e4ten, die Suche nach einer sinnvollen Beziehung zwischen Bauten und Umgebung, die Schaffung eines je nach Funktion des Geb\u00e4udes individuell-gestalteten, dem seelischen Leben und den Lebenskr\u00e4ften entsprechenden Raumes, um nur die auff\u00e4lligsten Punkte zu nennen. Diese tauchen heute mal zusammen, mal vereinzelt, bei Auftraggebern, die nicht ausgesprochen, aus ideologischen Gr\u00fcnden eine organische Gestaltung suchen, auf. Ich k\u00f6nnte aus der eigenen Erfahrung mehrere F\u00e4lle nennen, wo Menschen, die keinen gestalterischen oder anthroposophischen Hintergrund haben, nach der Begegnung mit Beispielen von organischer Gestaltung solche als der Ausdruck ihrer tiefliegenden W\u00fcnsche erkennen. Was mich oft in diesem Zusammenhang erstaunt, ist die F\u00e4higkeit der Menschen, die Qualit\u00e4ten der Architektur zu erleben und zu beschreiben. Es gibt eine gro\u00dfe Anzahl Bauherren, die die Wirkung der Geb\u00e4ude auf sich erstaunlicherweise sehr gut beobachten k\u00f6nnen. Diese heute verbreitete Eigenschaft, die meines Erachtens mit der allgemeinen Entwicklung der Menschheit zusammenh\u00e4ngt, fordert von den Architekten ein entsprechendes Bewusstsein und die F\u00e4higkeit, auf die spezifischen, \u00e4u\u00dferen und inneren Bed\u00fcrfnisse jedes Individuums einzugehen, und sie mit den allgemeinen Bed\u00fcrfnissen der heutigen Menschen zu verbinden, denn jedes Bauwerk, auch wenn f\u00fcr einen konkreten Auftraggeber geplant, hat immer auch eine \u00f6ffentliche Seite und ist ein Glied des st\u00e4dtebaulichen Organismus. Die Wahrnehmung des Geistig-Wesenhaften in der Architektur ist zum Beispiel einer der wichtigsten Aspekte, die das moderne Bed\u00fcrfnis nach Entwicklung der Individualit\u00e4t befriedigen k\u00f6nnen. Das ist der Grund, weshalb er auch nur intuitiv oder gar unbewusst immer h\u00e4ufiger auch au\u00dferhalb der organischen Bewegung auftaucht. \u00c4hnliches kann man im Bezug auf Qualit\u00e4ten wie die Dynamik, der Schein des Lebendigen, die Formverwandlung (wenn nicht direkt Metamorphose), das Erleben von Polarit\u00e4ten und manches Andere sagen. Alle diese Aspekte k\u00f6nnen auf das Bed\u00fcrfnis nach spiritueller Entwicklung des Menschen zur\u00fcckgef\u00fchrt werden, denn sie verhelfen, die inneren F\u00e4higkeiten auszubilden, die f\u00fcr eine bewusste Wahrnehmung des Geistigen notwendig sind.&nbsp;<\/span><\/p>\n<p><b>Die Notwendigkeit der Entwicklung neuer F\u00e4higkeiten<\/b><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Wenn man als Architekt diesen Bed\u00fcrfnissen entgegenkommen will, muss man selber einen Sinn f\u00fcr die beschriebenen Qualit\u00e4ten und Prozesse entwickeln. Das war so schon bei den Anf\u00e4ngen der organischen Gestaltung und man kann sehen, wie ihre Pioniere auf verschiedenen Weisen versucht haben, sich in den geistigen Inhalt der Welt zu vertiefen. Heute aber ist diese Aufforderung noch st\u00e4rker da, weil die Suche nach geistigen Erkenntnissen und selbst die Entwicklung von \u00fcbersinnlichen Wahrnehmungsf\u00e4higkeiten \u2013 wie schon fr\u00fcher angedeutet \u2013 in immer breiteren Schichten der Gesellschaft vorhanden sind. Die Tendenz, die h\u00e4ufig auch unter den Architekten-Anthroposophen zu finden ist, in der \u00d6ffentlichkeit die Befriedigung von geistigen Bed\u00fcrfnissen durch die organische Gestaltung nicht in Vordergrund zu stellen oder gar nicht zu erw\u00e4hnen \u2013 vielleicht wegen der Bef\u00fcrchtung, nicht verstanden oder nicht akzeptiert zu werden \u2013 f\u00fchrt zu einem unvollst\u00e4ndigen und dadurch nicht \u00fcberzeugenden Bild der Ziele der organischen Architektur. Zum Zweck der Entwicklung eines zeitgem\u00e4\u00dfen organischen Ansatzes, ist es in erster Linie notwendig, sich erneut \u00fcber seine Aufgaben im Lichte der Zeitlage zu besinnen. Wenn man das tut, kommt man auch leicht zur Einsicht, dass die Bestrebung nach der Erf\u00fcllung solcher Aufgaben von der F\u00e4higkeit des Entwerfers abh\u00e4ngt, in die tieferen Schichten der Wirklichkeit, die mit Lebens-, Seelen- und Geisteskr\u00e4ften verbunden sind, einzutauchen. Das betrifft z.B. das Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die Bauherren in ihrer seelischen Konstitution und in ihrem Schicksal und Entwicklungspotential, das Verst\u00e4ndnis f\u00fcr den Ort mit seinen Lebenskr\u00e4ften und Geisteswesen, das Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die Funktion des Geb\u00e4udes nicht nur in ihren physischen Aspekten, das Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die Zeitlage und f\u00fcr die kulturelle Umgebung, in der das Projekt eingebettet sein wird und vieles Anderes.&nbsp;<\/span><span style=\"font-weight: 400;\">Gerade in dieser Intention, die Welt und die Bauaufgabe mit allen ihren Facetten und Bedingungen auf den verschiedenen Ebenen \u2013 von der physischen bis zur geistigen \u2013 besteht meines Erachtens der Hauptunterschied, zwischen der organischen \u2013 und besonders der anthroposophisch-inspirierten \u2013 Architektur und anderen Ans\u00e4tzen, die aber manchmal auch \u2013 vorwiegend unbewusst \u2013 zu \u00e4hnlichen Resultaten gelangen.&nbsp;<\/span><span style=\"font-weight: 400;\">Neben den Wahrnehmungsf\u00e4higkeiten, die jeder in seiner Konstitution tr\u00e4gt, kann man durch \u00dcbung und mit Hilfe der Erfahrung neue Entwickeln. Darin besteht ein gro\u00dfer Teil der Arbeit deren, die organisch gestalten m\u00f6chten. Damit ist nicht gemeint, dass ohne \u00fcbersinnliche Wahrnehmungen&nbsp;<\/span><span style=\"font-weight: 400;\">kein organisches Gestalten m\u00f6glich sei. Schon das Denken ist eine \u00fcbersinnliche T\u00e4tigkeit, und die Frage besteht darin, in wie weit man es verlebendigen kann, um zur Wahrnehmung von geistigen Zusammenh\u00e4ngen zu kommen. \u00c4hnliches kann man \u00fcber das F\u00fchlen, das &#8211; durch die Befreiung von den Emotionen und von der Subjektivit\u00e4t \u2013 auch ein Wahrnehmungsinstrument werden kann. Auf jeder Stufe der pers\u00f6nlichen Entwicklung kann der Architekt sich bem\u00fchen, so gut wie m\u00f6glich die \u00fcbersinnlichen Aspekte der Bauaufgabe zu erleben. Wichtig ist zu verstehen, dass die Menschheit noch am Anfang der Entwicklung von neuen Wahrnehmungsf\u00e4higkeiten steht, aber dass es deswegen wichtig ist, sich um diese Entwicklung zu bem\u00fchen. Dasselbe ist gefordert in allen Bereichen: in der Medizin, in der P\u00e4dagogik, in der Landwirtschaft usw. <\/span><span style=\"font-weight: 400;\">Die Frage der Entwicklung von Wahrnehmungsf\u00e4higkeit ist besonders relevant im Zusammenhang mit dem Thema einer positiven zeitgem\u00e4\u00dfen Gestaltung, weil sie nur durch ein echtes und bewusstes Erlebnis des sich ver\u00e4ndernden Charakters der Zeit m\u00f6glich ist. Die Nachahmung oder, im besten Falle, das Nachsch\u00f6pfen auf der Grundlage der Arbeit der Pioniere der organischen Bewegung, die eine deutliche Wahrnehmung der Notwendigkeiten der Zeit hatten, konnte zu zeitgem\u00e4\u00dfen Ergebnissen f\u00fchren, so lang der Zeitgeist sich nicht zu sehr ver\u00e4ndert hatte. Heute ist das zeitgem\u00e4\u00dfe Gestalten in Anlehnung auf \u00e4ltere Beispiele nicht mehr m\u00f6glich, sondern es braucht daf\u00fcr eigenst\u00e4ndige und fundierte Einsichten.&nbsp;<\/span><\/p>\n<p><b>Das Auftreten des Wesenhaften in der Architektur<br \/>\n<\/b><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Als ein Beispielph\u00e4nomen f\u00fcr diese Art von Beobachtung kann \u2013 neben der schon am Anfang erw\u00e4hnten Tendenz zur Erscheinung von Organismen in der zeitgen\u00f6ssischen Architektur \u2013 das Auftauchen von wesenhaften Erscheinungen im inneren der Bauten genommen werden. Sehr auffallend in diesem Sinne ist die tropfen\u00e4hnliche Decke des hyperboloidischen Teils der BMW-Erlebniswelt in M\u00fcnchen von Coop-Himmelb(l)au. Wenn man sie anschaut, kann man den Eindruck haben, dass ein fremdes, mysteri\u00f6ses Wesen in den Raum herabsinkt. Einen vergleichbaren Effekt hat man in der DZ-Bank von Frank Gehry in Berlin, wo inmitten eines ziemlich konventionellen Baues eine wilde Gestalt auftaucht. Ich glaube, dass solche L\u00f6sungen mit dem immer h\u00e4ufiger auftreten von \u00fcbersinnlichen Erlebnissen im Bewusstsein (der Innenraum) der heutigen Menschen und mit der Sehnsucht danach verbunden sind. Zu dieser Einsicht kann man mit einer gewissen Sicherheit kommen, wenn man die erw\u00e4hnten Beispiele im Zusammenhang mit anderen Ph\u00e4nomenen der Kultur \u2013 z.B. Filme wie \u201eMatrix\u201c oder \u201eDer Herr der Ringe\u201c &#8211; anschaut. Ein Beispiel von organischer Gestaltung, wo versucht wird an dieses Bed\u00fcrfnis anzuschlie\u00dfen, ist meines Erachtens der Festsaal des Rudolf-Steiner-Schule in Salzburg von Jens Peters. Mitten in der welligen Decke des Saales ist ein transluzentes Oval zu sehen, das Licht hereinl\u00e4sst und das wie eine immaterielle Erscheinung im Farbenflut auftaucht. Der gro\u00dfe Unterschied mit dem BMW Geb\u00e4ude ist, dass die Helligkeit des Ovals und ihre Einbettung in die Lasur eher eine freundliche und freudige Qualit\u00e4t haben, im Gegensatz zum panzerartigen, wurmigen und dunklen Charakter des Tropfes von Coop-Himmelb(l)au. Ein \u00e4hnlicher Ansatz gibt also unterschiedliche Resultate je nachdem, in welche Wesensstimmung der Entwerfer sich hineinversetzt hat. Damit ist keine Beurteilung \u00fcber die Berechtigung der verschiedenen L\u00f6sungen angesichts der unterschiedlichen Kontexte gemeint.&nbsp;<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<figure id=\"attachment_502\" aria-describedby=\"caption-attachment-502\" style=\"width: 678px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/m-arc.org\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/BMWWelt095-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-502 size-large\" src=\"https:\/\/m-arc.org\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/BMWWelt095-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"678\" height=\"509\" srcset=\"https:\/\/m-arc.org\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/BMWWelt095-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/m-arc.org\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/BMWWelt095-300x225.jpg 300w, https:\/\/m-arc.org\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/BMWWelt095-768x576.jpg 768w, https:\/\/m-arc.org\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/BMWWelt095-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/m-arc.org\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/BMWWelt095-2048x1536.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 678px) 100vw, 678px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-502\" class=\"wp-caption-text\">Coop Himmelb(l)au &#8211; BMW Welt, M\u00fcnchen, 2007 &#8211; \u00a9 L.Fiumara<\/figcaption><\/figure>\n<figure id=\"attachment_507\" aria-describedby=\"caption-attachment-507\" style=\"width: 678px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/m-arc.org\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Saal3-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-507 size-large\" src=\"https:\/\/m-arc.org\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Saal3-1024x625.jpg\" alt=\"\" width=\"678\" height=\"414\" srcset=\"https:\/\/m-arc.org\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Saal3-1024x625.jpg 1024w, https:\/\/m-arc.org\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Saal3-300x183.jpg 300w, https:\/\/m-arc.org\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Saal3-768x469.jpg 768w, https:\/\/m-arc.org\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Saal3-1536x937.jpg 1536w, https:\/\/m-arc.org\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Saal3-2048x1250.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 678px) 100vw, 678px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-507\" class=\"wp-caption-text\">BPR &#8211; Festsaal der Rudolf-Steiner-Schule, Salzburg, \u00d6sterreich &#8211; \u00a9 M.Lohl<\/figcaption><\/figure>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">&nbsp;<\/span><\/p>\n<p><b>Durchsichtigkeit im Innern<\/b><\/p>\n<figure id=\"attachment_503\" aria-describedby=\"caption-attachment-503\" style=\"width: 678px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/m-arc.org\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Weleda18.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-503 size-large\" src=\"https:\/\/m-arc.org\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Weleda18-1024x657.jpg\" alt=\"\" width=\"678\" height=\"435\" srcset=\"https:\/\/m-arc.org\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Weleda18-1024x657.jpg 1024w, https:\/\/m-arc.org\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Weleda18-300x192.jpg 300w, https:\/\/m-arc.org\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Weleda18-768x493.jpg 768w, https:\/\/m-arc.org\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Weleda18.jpg 1105w\" sizes=\"auto, (max-width: 678px) 100vw, 678px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-503\" class=\"wp-caption-text\">BPR &#8211; Hauptverwaltung der Weleda AG. Schw\u00e4bisch Gm\u00fcnd &#8211; \u00a9 L.Fiumara<\/figcaption><\/figure>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Ein weiteres Beispiel der Ver\u00e4nderung des Zeitgeistes kann die wachsende Durchsichtigkeit innerhalb der Geb\u00e4ude und die M\u00f6glichkeit, verschiedene Raumschichten simultan durchzuschauen, sein. Das Mercedes-Benz Museum in Stuttgart von UN-Studio \u2013 wie auch andere Projekte von Ben van Berkel \u2013&nbsp; ist nach diesen Prinzipien gestaltet. Von jeder Schleife der dreibl\u00e4ttrigen Rampe gewinnt man durch den zentralen dreieckigen Raum immer neue Einblicke in die anderen gegen\u00fcberliegenden Schleifen. Am Rande der Rampe, an den \u00e4u\u00dfersten Stellen, \u00f6ffnen sich durch Verglasungen auch vertikale optische Verbindungen mit den unteren Ebenen. Die Durchsichtbarkeit und die visuelle Raumdurchdringung k\u00f6nnen zu einem Erlebnis der M\u00f6glichkeit des inneren Schauens und der Durchdringung von verschiedenen Seelen- und Geistesschichten, was durchaus einem wachsenden Bed\u00fcrfnis \u2013 man denke nur an die Entwicklung und die Verbreitung der Psychologie und der Psychoanalyse \u2013 der Gegenwart entspricht. Erste Versuche in dieser Richtung im organischen Bereich kann man in den 60er \u2013 70er Jahren im Werk von Giovanni Michelucci, am st\u00e4rksten in der Kirche von Borgomaggiore (Republik von San Marino), finden. Ein zeitlich n\u00e4heres Beispiel, das die visuelle Durchdringung der R\u00e4ume thematisiert, ist das Weleda -Verwaltungsgeb\u00e4ude in Schw\u00e4bisch-Gm\u00fcnd des B\u00fcros BPR in Stuttgart. Auch hier kann man von der oberen Etage durch Verglasungen auf die unterstehenden Atrien, die mehrere Stockwerke vertikal verbinden, und durch eine andere Verglasung ins Freie und auf gegen\u00fcberliegende Teile des Baues schauen. Man kann sogar noch hinter der Glasfassade des Konferenzsaales den Innenraum sehen. Damit vertieft sich der Blick durch vier Raumschichten und drei Verglasungen, von innen nach au\u00dfen ins Freie und dann wieder nach innen.&nbsp;<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>Befriedigung der seelische und geistige Bed\u00fcrfnisse<\/b><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Das Besondere des Umgangs der organischen Architektur mit den Tendenzen der Zeit sollte wiederum in der Vertiefung ihrer geistigen Grundlagen und im Versuch, die entwicklungsf\u00f6rdernden Aspekte solcher Tendenzen zu greifen und zu entfalten, liegen. Das erm\u00f6glicht, nicht nur passiv die allgemeinen Trends mitzumachen, sondern manchmal sie auch in neue Richtungen zu wenden oder Einseitigkeiten auszugleichen. <\/span><span style=\"font-weight: 400;\">Ein Beispiel daf\u00fcr k\u00f6nnen die m\u00f6glichen Haltungen gegen\u00fcber der Wiederverbreitung des Minimalismus und der \u201eSachlichkeit\u201c, die in den letzten Jahren zum gro\u00dfen Teil mit Fragen der Energieeffizienz und der \u00d6konomie der Mittel im Zusammenhang stand. Das hat gef\u00fchrt zur Entstehung einer weitgehend seelenlose Architektur und hat, wie am Anfang des Artikels erw\u00e4hnt, die organische Gestaltung der letzten Jahrzehnte stark beeinflusst. Es wiederholt sich \u2013 unter anderen Bedingungen \u2013 der Prozess, der zur Verbreitung des Rationalismus teilweise aus wirtschaftlichen Gr\u00fcnden brachte. In diesem Fall kann die Aufgabe der organisch Gestaltende sein, zu zeigen wie man \u2013&nbsp; mit R\u00fccksicht auf die neuen Aufforderungen \u2013 Bauten schaffen kann, die die seelischen und geistigen Bed\u00fcrfnissen der Menschen befriedigen. Mit dieser Frage hat sich sogar Rudolf Steiner schon besch\u00e4ftigt, als er das Haus Schuurman und das Transformatorenhaus in Dornach entwarf. Bei Frank Lloyd Wright kann man auch \u2013 besonders in den Usonian Houses \u2013 dieses Anliegen finden. Die Arbeit von Erik Asmussen und die sp\u00e4teren Entw\u00fcrfe von Winfried Reindl waren erste Versuche im anthroposophischen Bereich, ein Gleichgewicht zwischen Organik und Minimalismus zu finden. <\/span><span style=\"font-weight: 400;\">Ich w\u00fcrde allerdings nicht meinen, dass diese Richtung die einzig m\u00f6gliche f\u00fcr unsere Zeit sei. Die Auseinandersetzung mit der Reduzierung der Mittel und der Formensprache ist das eine Pol der zeitgen\u00f6ssischen Architektur. Auf der anderen Seite, werden auch heute immer mehr komplizierte und ausdrucksvolle, manchmal wilde Gestaltungen erzeugt. Das geh\u00f6rt zu unserer Zeit genau so, wie die Reduzierung, und damit k\u00f6nnen sich die organischen Architekten auch besch\u00e4ftigen, um auch die expressive Kraft, die schon am Anfang des 20. Jahrhundert in seiner extremsten Erscheinung bei Hermann Finsterlin zu merken war und die heute &#8211; dank dem technischen Fortschritt &#8211; auch verwirklicht werden kann, mit einem Bewusstsein der Menschenbed\u00fcrfnissen und des Geistigen in der Welt zu verbinden. Die Projekte von Douglas Cardinal und von Gregory Burgess sind Beispiele dieser M\u00f6glichkeit, in dem sie die ausdrucksvolle Gestaltung aus der Funktion und aus dem Kontext des Geb\u00e4udes entstehen lassen.&nbsp;<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<figure id=\"attachment_504\" aria-describedby=\"caption-attachment-504\" style=\"width: 1015px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/m-arc.org\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Offenburg03.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-504 size-full\" src=\"https:\/\/m-arc.org\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Offenburg03.jpg\" alt=\"\" width=\"1015\" height=\"626\" srcset=\"https:\/\/m-arc.org\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Offenburg03.jpg 1015w, https:\/\/m-arc.org\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Offenburg03-300x185.jpg 300w, https:\/\/m-arc.org\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Offenburg03-768x474.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1015px) 100vw, 1015px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-504\" class=\"wp-caption-text\">Winfried Reindl (Portus Bau) &#8211; Waldorfschule, Offenburg &#8211; \u00a9 L.Fiumara<\/figcaption><\/figure>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Diese kurzen Hinweise auf Merkmale der Zeitlage sind nur kleine Beispiele, um die dargestellte Herangehensweise zu verdeutlichen. Ich bin \u00fcberzeugt davon, dass eine wichtige Aufgabe der organischen Architekten heute sei, sich immer mehr in das Verst\u00e4ndnis der Entwicklungen der Gesellschaft zu vertiefen und miteinander eine Art forschendes Gespr\u00e4ch zu diesem Thema zu f\u00fchren, um die unterschiedlichen Gesichtspunkte und Wahrnehmungen zu erg\u00e4nzen. Das kann eine inhaltliche und ideelle Grundlage f\u00fcr einen gemeinsamen Einsatz in der modernen Welt bilden.<\/span><\/p>\n<p>Ver\u00f6ffentlicht in M+A 99-100, 1\/2019<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie kann man neue Tendenzen in der zeitgen\u00f6ssischen Architektur und in der Gesellschaft verstehen und was unterscheidet den organischen Ansatz von \u00e4u\u00dferlich \u00e4hnlichen Erscheinungen? 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